Pforzheim
Ein Riss im Asphalt, daraus wächst im Zeitraffer eine Löwenzahnpflanze. Gebannt verfolgen die Besucher*innen in der Bruder Klaus-Begegnungsstätte in Pforzheim-Sonnenberg die bekannten Bilder aus der Fernsehreihe Löwenzahn. Mit dieser Filmsequenz startete der halbjährlich stattfindende inklusive und ökumenische Gottesdienst in Pforzheim. Schnell war klar, worum es an diesem Nachmittag gehen sollte – um das Thema „Aufbrechen“ anhand der Emmaus-Geschichte. Mit „aufsteh’n, aufeinander zugeh’n“ oder „Bewahre uns Gott“ als Tanz kam immer wieder Bewegung und Interaktion in die Runde. Die Fürbitten wurden von Menschen mit Einschränkungen vorgetragen. Nach dem Gottesdienst wurde der Stuhlkreis rasch zu einigen Sitzgruppen für das Abendessen umgebaut. Der Gottesdienst und das anschließende Zusammensein wurden seinem Motto gerecht: alle auf Augenhöhe, alle mit dabei, alle(s) inklusiv!
Ringsheim
Ein regulärer Sonntagsgottesdienst und zugleich ein besonderes Format. Gemeinsam mit dem Referat Inklusion – Generationen des Erzbischöflichen Seelsorgeamtes veranstaltete die Kirchengemeinde Südliche Ortenau erneut einen inklusiven Gottesdienst in der Kirche St. Johann Baptist. Damit alle mitfeiern konnten, sollten die Barrieren so gering wie möglich sein: Gebärdendolmetschung, eine mobile FM-Anlage* zur Hörunterstützung, eine Rampe sowie Lieder in Großdruck kamen dabei zum Einsatz. Alle Gebete, Texte und Bibelstellen zum Thema „Vertrau! Jesus ist da!“ sowie das Hochgebet wurden in Leichter Sprache formuliert. Mit einer Aktion mit Fischen aus Moosgummi, wurde die Bibelstelle des auferstandenen Jesus am See Genezareth im wahrsten Sinne des Wortes greifbar. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von einer inklusiven ehrenamtlichen Musikgruppe. Beim Beisammensein nach dem Gottesdienst auf dem Kirchplatz äußerten viele Mitfeiernde den Wunsch nach einer Fortsetzung dieses Formats im kommenden Jahr.
* Erklärung: Funkübertragungsanlagen (FM-Anlagen) sind eine Ergänzung zu Hörsystemen (Hörgerät, Cochlea-Implantat), um in akustisch herausfordernden Situationen, z.B. bei Störgeräuschen oder auf Distanz, Inhalte oder Musik verstehen zu können.
Bühl
„Egal, wie weit du weggehst, die Tür steht immer offen.“ Diese Botschaft in der Kirche St. Peter und Paul zog sich wie ein roter Faden durch den Gottesdienst. Fröhliches Gemurmel und Unbekümmertheit lagen in der (Kirchen-)Luft. Menschen mit und ohne Behinderung füllten die Kirche. „Einfach spitze, dass du da bist!“ Wie schön, mit diesem Lied begrüßt zu werden – von einer Band, die mitreißend spielte, sang und zu Mitmachbewegungen einlud. Das Gleichnis des liebenden Vaters wurde in Leichter Sprache Satz für Satz vorgetragen, in Gebärdensprache übersetzt und szenisch dargestellt. Zu Fuß, mit Rollator oder im Rollstuhl ging es im Anschluss ins Gemeindehaus zu Getränken und frischem Hefezopf. Ein erfüllter Nachmittag mit der Gewissheit: „In Gottes Haus gibt es keine Barrieren, weder in den Köpfen noch in den Herzen!“



