Die Adventszeit - Der Adventskranz - Gedichte

 
Adventssonntage - Adventskranz
Mit der Vesper am Vorabend des ersten Adventssonntags (in Österreich Adventsonntag) beginnt die Adventszeit und zugleich in den katholischen und evangelischen Kirchen das neue Kirchenjahr.
 
 
Die Adventszeit endet am Heiligen Abend mit der ersten Vesper von Weihnachten.
Die Adventszeit in der Westkirche dauert, je nachdem, wann sie beginnt, 22 bis 28 Tage und hat vier Sonntage.
Der im Erzbistum Mailand gebräuchliche ambrosianische Ritus und der mozarabische Ritus, in denen der Advent am Sonntag nach dem Martinstag beginnt, haben hingegen sechs Adventssonntage. Auch in den Ostkirchen dauert die Adventszeit – hier Weihnachtsfasten genannt – sechs Wochen.
 
 
Übersetzt man das Wort „Advent“ wörtlich, sollten wir eigentlich von Ankunft sprechen. Der Advent verweist also auf die Ankuft Jesu Christi, dessen Geburt wir Weihnachten feiern. Auch heute noch beginnt das neue Kirchenjahr in der katholischen und evangelischen Kirche mit dem ersten Advent am 4. Sonntag vor Weihnachten. Im Jahr 2021 fällt er auf den 28. November.
Der Adventskranz
Der Adventskranz, in Österreich Adventkranz, ist ein meist aus Tannenzweigen geflochtener Tisch- oder Hängeschmuck im Advent mit vier Kerzen, den Adventskerzen. Die Kerzen werden im Laufe der Adventszeit nacheinander entzündet: Am ersten Adventssonntag wird eine Kerze angezündet, ab dem zweiten Advent auch die zweite und so weiter. (wikipedia weiter ...)
    
         
 
 
Der Winter ist da

A, a, a, der Winter der ist da

A, a, a, der Winter der ist da.
Herbst und Sommer sind vergangen,
Winter, der hat angefangen,
A, a, a, der Winter der ist da.
E, e, e, nun gibt es Eis und Schnee.
Blumen blüh´n an Fensterscheiben,
sind sonst nirgends aufzutreiben,
E, e, e, nun gibt es Eis und Schnee.

I, i, i, vergiss des Armen nie.
Hat oft nichts, sich zuzudecken,
Wenn nun Frost und Kält´ ihn schrecken.
I, i, i, vergiss des Armen nie.

O, o, o, wie sind wir alle froh
wenn der Niklaus wird was bringen
und vom Tannenbaum wir singen
O, o, o, wie sind wir Kinder froh.

U, u, u, die Teiche frieren zu
hei, nun geht es wie der Wind
übers blanke Eis geschwind
U, u, u, die Teiche frieren zu

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
 
 
Die Vier Adventssonntage im Bild näher gebracht von Jonas Heidebrecht, Erzbistum Köln
 
Jeder der vier Adventssonntage steht unter einem anderen Thema:
 
 
Am 1. Adventssonntag steht
die Wiederkunft Jesu im Mittelpunkt.
Die Lesungen berichten von der Apokalypse und dem Jüngsten Gericht.

Am 2. Adventssonntag nehmen die Gläubigen Johannes den Täufer als Propheten in den Blick
 
 
        
Der 3. Adventssonntag heißt „Gaudete“-Sonntag. „Gaudete“ heißt „Freut euch“ übersetzt. Erneut spielt an diesem Sonntag Johannes der Täufer eine zentrale Rolle. Die liturgische Farbe an diesem Sonntag ist Rosa.

Der 4. Adventssonntag ist der Gottesmutter Maria gewidmet. Das Hochfest „Mariä Empfängnis“ feiern Christen am 8. Dezember.
 
 
 
Weihnachtskarten selbst gemacht
 
Möchten Sie dieses Jahr Ihre Weihnachtskarten selbst schreiben ?
 
Dann finden Sie hier einige Anregungen zum selber herstellen Ihrer Weihnachtspost:
 
 
Basteln im Advent
 
Im Advent wird viel gesägt, gemalt und gewerkelt. Da kann man nicht genug Anregungen haben. Auf der Homepage im Erzbistum Köln finden wir einige Ideen ...
 
 
 
 
 
Gedichte

Knecht Ruprecht

Von drauß' vom Walde komm ich her
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit großen Augen das Christkind hervor
Und wie ich so strolcht' durch den finstern Tann
Da rief's mich mit heller Stimme an
 
Knecht Ruprecht, rief es, alter Gesell
Hebe die Beine und spute dich schnell
Die Kerzen fangen zu brennen an
Das Himmelstor ist aufgetan
Alt' und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens einmal ruhn
Und morgen flieg ich hinab zur Erden
Denn es soll wieder Weihnachten werden
 
Ich sprach: "O lieber Herre Christ
Meine Reise fast zu Ende ist
Ich soll nur noch in diese Stadt
Wo's eitel gute Kinder hat
Hast denn das Säcklein auch bei dir
Ich sprach: "Das Säcklein, das ist hier
Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
Essen fromme Kinder gern
 
Hast denn die Rute auch bei dir
Ich sprach: Die Rute, die ist hier
Doch für die Kinder nur, die schlechten
Die trifft sie auf den Teil, den rechten
Christkindlein sprach: So ist es recht
So geh mit Gott, mein treuer Knecht
 
Von drauß' vom Walde komm ich her
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr
Nun sprecht, wie ich's hierinnen find
Sind's gute Kind, sind's böse Kind
 
Theodor Storm
 
 

Guter, alter Nikolaus

Wenn alle Menschen schon längst schlafen,
kommt leisen Schritts in jedes Haus,
um zu belohnen und zu strafen,
der gute, alte Nikolaus.

Er naht mit Gaben und Geschenken,
in Winternächten stiller Ruh
und füllt gern auf den Fensterbänken
die dort bereit gestellten Schuh.

Um denen Freude zu bereiten,
die von ihm träumen, jetzt im Schlaf,
bringt Nikolaus oft Süßigkeiten,
zumal, wenn sie stets lieb und brav.

Besonders tut der Zorn ihn packen,
wenn einer mal gelogen hat.
Dann legt er lauter Kohlenschlacken,
an süßer Leckereien statt.

Drum alle Mägdlein, Kleingesellen,
verdient erst Nikoläuschens Dank,
sonst braucht ihr gar nicht hinzustellen,
die Schühchen auf die Fensterbank.

Unbekannt
 


Tage im Advent


Schöne Zeit der lichten Stunden,
wenn im Kranz die Kerze brennt
und die Herzen heimgefunden
zu der Weihe des Advent!

Tannenduft wehr durch die Gassen
und erfüllt die ganze Stadt,
und ein Zauber, nicht zu fassen,
jedes Herz ergriffen hat.

Kinder haben in den Blicken
einen feierfrommen Glanz,
und die Kerzenschatten nicken
wieder vom geschmückten Kranz.
 
Und wie leises Schlittenläuten
klingt heran ein feiner Ton,
hold zu ahnen, süß zu deuten:
auf der Fahrt das Christkind schon.
 
Willi Lindner

Weihnachtszeit

O schöne, herrliche Weihnachtszeit!
Was bringst du Lust und Fröhlichkeit!
Wenn der heilige Christ in jedem Haus
teilt seine lieben Gaben aus.

Und ist das Häuschen noch so klein,
so kommt der heilige Christ hinein,
und alle sind ihm lieb wie die Seinen,
die Armen und Reichen, die Großen und Kleinen.

Der heilige Christ an alle denkt,
ein jedes wird von ihm beschenkt.
Drum lasst uns freuen und dankbar sein!
Er denkt auch unser, mein und dein!

Heinrich Hoffmann von Fallersleben
(1798-1874)
 
 
Neuer Advent
Komm wieder aus der Jungfrau Schoß,
O Kind aus Himmelshausen!
Es sehnt sich alles, klein und groß,
Ins Antlitz dir zu schauen.
Es schmachtet deinem Segen
Die Erde, Herr, entgegen.
 
Wie damals in der Römerzeit
Die Menschheit lag gebunden,
Des Paradieses Herrlichkeit
Von hinnen war geschwunden,
Als du, sie zu entsühnen,
Auf Erden warst erschienen.
 
So liegt sie nun, gebeugt, gedrückt,
In namenlosen Wehen;
Dein Licht, o Herr, ist ihr entrückt,
Ihr Licht scheint auszugehen;
Wollst wieder sie erlösen
Von der Gewalt des Bösen.
 
Dich rufen Leid und Klageton,
Dir weint ein Meer von Tränen
Und leise Seufzer kaum entflohn
Bescheidnem bangem Sehnen,
Zum Retten, zum Befreien
Das Alte zu erneuen.
 
O Menschensohn, voll Lieb’ und Macht,
O ew’ges höchstes Leben,
Hast oft schon Funken angefacht
Und Sterbekraft gegeben!
O Himmelsgast, steig wieder
Zum Tränentale nieder.
 
Wir haben oft auf unsrer Bahn
Wie Simeon gebetet;
Wir blicken alle himmelan,
Ob sich der Osten rötet,
Komm denn im alten Liede
Auf Erden Freud’ und Friede!
 
(Max von Schenkendorf, 1783-1817)
 
 
 
Gedichte
 
 
Lieber guter Weihnachtsmann,
schau mich nicht so böse an,
stecke deine Rute ein,
ich will auch immer artig sein.
 
Volksgut
 
 
 
 

Ein Zweig Tannengrün

Und hast du Weihnachten nicht mehr,
nimm einen Zweig vom Tannengrün
und lass ein Lichtlein darauf glüh´n
und such nicht lange hin und her.
Von Gottes großer, heiliger Ruh`
gebraucht der Mensch sein heimlich´ Stück,
taucht in All-Ewigkeit zurück-
und dieses Stücklein brauchst auch du.
Horch, Kinderstimmen klingen fern!
Das Lichtlein zuckt im leisen Wind.
Du fühlst dich selber wieder Kind
und wie auf einem seligen Stern ...

Hermann Claudius
1878-1980
 
 
 

Verse zum Advent


Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
Aber als Knecht Ruprecht schon
Kommt der Winter hergeschritten,
Und alsbald aus Schnees Mitten
Klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
Bunt auf uns herniedersah,
Weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
Und das Jahr geht auf die Neige,
Und das schönste Fest ist da.

Tag du der Geburt des Herrn,
Heute bist du uns noch fern,
Aber Tannen, Engel, Fahnen
Lassen uns den Tag schon ahnen,
Und wir sehen schon den Stern.
Theodor Fontane
(1819-1898)
 
 
 
 
 

Das Weihnachtsbäumlein

 
Es war einmal ein Tännelein
mit braunen Kuchenherzlein
und Glitzergold und Äpflein fein
und vielen bunten Kerzlein:
das war am Weihnachtsfest so grün
als fing es eben an zu blühn.
Doch nach nicht gar zu langer Zeit,
da stands  im Garten unten
und seine ganze Herrlichkeit
war, ach, dahingeschwunden.
Die grünen Nadeln war´n verdorrt
die Herzlein und die Kerzen fort.
Bis eines Tags der Gärtner kam
den fror zu Haus im Dunkeln,
und es in seinen Ofen nahm-
Hei! Tats da sprühn und funkeln!
Und flammte jubelnd himmelwärts
in hundert Flämmlein in Gottes Herz.

Christian Morgenstern
 
 

Laßt uns froh und munter sein

 
 
 
Laßt uns froh und munter sein
und uns recht von Herzen freun!
Lustig, lustig, traleralera!
Bald ist Nik'lausabend da,
bald ist Nik'lausabend da!

Bald ist unsere Schule aus,
dann ziehn wir vergnügt nach Haus.
Lustig, lustig, ...

Dann stell’ ich den Teller auf,
Nik’laus legt gewiß was drauf.
Lustig, lustig, ...

Steht der Teller auf dem Tisch,
sing’ ich nochmals froh und frisch:
Lustig, lustig, ...

Wenn ich schlaf’, dann träume ich,
jetzt bringt Nik’laus was für mich.
Lustig, lustig, ...

Wenn ich aufgestanden bin,
lauf’ ich schnell zum Teller hin.
Lustig, lustig, ...

Nik’laus ist ein guter Mann,
dem man nicht genug danken kann.
Lustig, lustig, ...
 
 
Gedichte


Frohes Fest


Plätzchenduft zieht durch das Haus,
versperrt sind manche Schränke.
es weihnachtet, man kennt sich aus
und wohlsortiert sind die Geschenke.
Man freut sich auf das Kinderlachen
und auf ein paar Tage - ruhig und still,
andern `mal eine Freude machen,
das ist es, was man will.
Weihnachtskarten trudeln ein
von allen Ecken und Kanten,
die meisten sind, so soll es sein,
von den Lieben und Verwandten.
Unbekannt
 


Vorweihnacht


Bald ist Weihnacht, wie freu ich mich drauf,
da putzt uns die Mutter ein Bäumlein schön auf,
es glänzen die Äpfel, es funkeln die Stern,
wie hab´n wir doch alle das Weihnachtsfest gern.
Volksgut
 

 

Der Tannenbaum

 
Vor langer Zeit im dunklen Tann,
ein kleines Tännchen wuchs heran.
Ganz zart war es, wie es da stand
und langsam sich nach oben wand.
 
Das ist jetzt schon sehr lange her,
nun gibt es hier kein Tännchen mehr.
Ein Tannenbaum, ganz groß und breit
wurd´ aus dem Tännchen mit der Zeit.
 
So steht er da, erfüllt von Stolz,
auf seinen Wuchs, sein gutes Holz,
als er nicht weiß wie ihm geschieht
wie er an sich nach unten sieht.
 
„Oh nein“, denkt er – „das kann nicht sein,
da tut sich was an meinem Bein.
Welch komisch Ding bewegt sich da 
und kommt mir jetzt so schrecklich nah.“
 
– es ritzt und ratzt so vor sich hin,
was ist das für ein komisch´ Ding?
Jetzt kann er´s spüren, ach oh Graus,
es zieht ihm glatt die Schuhe aus.
 
Und wo er eben noch ganz fest,
die Füße in die Erd´ gepresst,
gestanden mit schwerem, vollem Geäst
nur noch ein Stumpf sich sehen lässt.
 
Ach wüsst´ er nur wie ihm geschieht,
das komisch´ Ding nimmt ihn und flieht.
Und laut schallt es aus dunklem Tann,
das ist bestimmt der Förstersmann.

So geht es schnell und hoppla hopp
durch Wald und Wiese im Galopp.
Der Förster, der kommt hinterher,
er kriegt sie dann aber doch nicht mehr.
 
Auf einmal wird es schwarz und grau,
was ist denn das hier für ein Bau?
Kein Licht die Dunkelheit erhellt,
ja ist das hier das End´ der Welt?
 
Doch da erscheint ein kleines Licht,
er ahnt Gestalten, sehen kann er sie nicht.
Erst als er ganz in der Nähe ist,
kann er sehen, dass jemand am Feuer sitzt.
 
Und als er sie so da sitzen sieht,
wohl einer an seiner Pfeife zieht,
da fallen ihm all die Märchen ein,
die er gehört hat – da war er noch klein.
 
Von Kobolden und Wichteln die leben im Wald,
von Feen und Elfen, jung oder alt.
Er hat nie wirklich daran geglaubt,
was er hier sieht, den Verstand ihm fast raubt.
 
Denn hinter dem Feuer da fängt´s ja erst an,
da wird gebastelt, gebacken, getan.
Es geht dort ganz geschäftig zu,
geschwind wird geknetet, gebacken im Nu.
 
Dort werden Geschenke in allen Größen
in Papier verpackt und gestapelt zu Stößen.
Noch ein paar Schleifen dann drum herum
und karwumm fällt der ganze Stapel um.
 
Doch gleich kommt Einer angerannt,
er kann´s nicht glauben und schaut gebannt.
Da türmen sich alle Pakete auf,
die Zauberkunst nimmt so ihren Lauf.
 
So Vieles gibt es hier zu entdecken,
ach könnte er sich doch noch mehr recken -
da plötzlich wird er noch einmal gerissen,
das war´s hoffentlich denkt er beflissen.
 
Und wirklich auf einmal um ihn herum
stehen alle da und schauen stumm –
mit glänzendem, frohem und feuchtem Blick -
hier möchte er bleiben, niemals zurück.
 

Wie er so da steht und man ihn bestaunt,
ein Wichtel zu einem Elfen raunt -
„welch schöner Baum, oh welch Entzücken,
jetzt sollen die Feen ihn noch schmücken.“
 
Der Tannenbaum wußt´ nicht wie ihm geschah,
viele, hübsche Feen waren ihm plötzlich ganz nah
und bunte Kugeln und Glitzersterne,
Feenstaub, Äpfel und Mandelkerne.
 
Alles das kommt an seine Zweige,
so lange bis das Gut langsam geht zur Neige
und dann wird es plötzlich ganz still um ihn her,
das ist wohl das Christkind – oh er freut sich sehr.
 
Und wie es da in seinem goldenen Kleid
auf ihn zukommt, das Haar völlig verschneit,
um die Kerzen auf seinen Ästen anzuzünden,
da kann er nichts mehr Schönres finden.
 
Wie war er doch so glücklich jetzt,
auch fühlt er sich nicht mehr verletzt.
Das was ihm heute war widerfahren,
war wirklich das Schönste in all seinen Jahren.
 
Es kommt dann auch noch der Weihnachtsmann,
um die Geschenke zu holen und bestaunt den Tann.
Und wenn ihr´s nicht glaubt, seid ihr selber schuld,
verliert nicht den Glauben und habt Geduld.
 
Vielleicht begegnet euch auch irgendwann
ein Kobold oder ein Wichtel im dunklen Tann.
Oder ihr hört es dort leise flüstern,
„hier stand ich, hier stand ich“ und dann ein Knistern…
 
(Unbekannt)
 
 
 
 
Gedichte

Christkinds getreuer Knecht

Von grünen Tannen rings umstellt,
liegt still ein Haus am End der Welt.
Dort wohnt und haust auf seiner Art,
ein alter Mann mit langem Bart.

Wenn’s Winter wird, dann gibt’s zu tun,
nicht mal am Abend kann er ruhn.
Und wenn’s die ersten Flocken schneit,
dann schmunzelt er:“ Bald ist’s so weit!“

Und eines Abends schwebt ganz sacht,
ein Englein nieder durch die Nacht.
Es schwebt umglänzt vom goldnen Schein
aufs Häuschen zu und geht hinein.

"He, Alter“, ruft es,“ sei bereit,
Dezember ist´s und Weihnachtszeit.“
Der Alte streicht den langen Bart
und spricht, "Ich bin bereit zur Fahrt“

„Längst fertig sind die Sachen all,
der Esel wartet schon im Stall.“
Der große, graue, dick vom ruh’n,
bekommt nun tüchtig was zu tun.

Drei Säcke voll, bis zum Rand,
so geht’s hinab zum Menschenland.
Tag drauf klopfts bei euch an,
Ihr kriegt ’nen Schreck - der Weihnachtsmann.

Emil Weber (1877-1944)
 
 
 
 

Der Wichtel

 
Die Winternacht ist kalt und hart.
Die Sterne glitzern, funkeln.
Zu dieser Stund ruht alles zart
im stillen Hof im Dunkeln.
Der Mond geht seine leise Bahn.
Der Schnee glänzt weiß auf dunklem Tann.
Der Schnee glänzt weiß am Dache.
Der Wichtel hält hier Wache.
 
Er steht am dunklen Scheunentor
vergraut vor dem Geschneibe
und schaut wie dutzendfach zuvor
hinauf zur Mondenscheibe.
Schaut hin zum Tann, zur Fichte bald –
wie dunkle Mauern steht der Wald.
Das Rätsel aller Wesen
sucht er indes zu lösen.
 
Fährt mit der Hand durch Bart und Haar,
doch schüttelnd mit dem Haupte
spricht er: „Solch Rätsel – welch ein Narr,
der es zu lösen glaubte!“
Der Wichtelmann erhebt sich nun,
um seine Pflicht wie stets zu tun,
stapft los – und sucht indessen,
das Rätsel zu vergessen.
 
Vorm Schuppen und Geräteraum,
da prüft er alle Schlösser.
Am Krippchen einen Sommertraum
erträumen Küh und Rösser.
Vergessen Zug und Peitschenknall
träumt Pålle tief in ihrem Stall
mit Speichel auf den Lippen
von kleegefüllten Krippen.
 
Er geht zum Stall von Lamm und Schaf,
die träumen auch schon lange.
Im Hühnerstall schläft alles brav,
der Hahn auf höchster Stange.
Der Karo in dem Hundehaus
schläft sich im warmen Strohbett aus.
Der Wichtel mag ihn leiden
Vertraute sind die beiden.
 
Dann stapft er still zum Bauernhaus.
Er lässt sich’s nicht verwehren
und schaut auch nach den Menschen aus,
die allesamt ihn ehren.
Zum Kinderzimmer schleicht entzückt
der Wichtel stumm und still beglückt
und stellt sich auf die Zehen,
die Kinderlein zu sehen.
 
So sah er alle, Vater, Sohn,
und sieht noch heut verschwommen
wohl jegliche Generation.
Woher sind sie gekommen?
Die Ahnen blühten, welkten in
den Jahren, gingen – doch wohin?
Und wie vom Wind getragen
kam eine jener Fragen.
 
Er klettert auf das Scheunendach
zum Grübeln allenthalben.
Dort hat er Wohnung und Gemach
ganz nah dem Nest der Schwalben.
Ach, leer steht ihre Wohnung jetzt –
doch hat der Lenz erst eingesetzt,
lässt sich die Schwalbe wieder
mit ihrem Mann hier nieder.
 
Dann singt sie lieblich vor sich hin,
von ihren weiten Reisen.
Indes lässt jener seinen Sinn,
erneut ums Rätsel kreisen.
Die Scheunenbretter sind nicht dicht,
auf seinen Bart fällt Mondenlicht
und glitzert dort recht heiter,
er aber grübelt weiter.
 
Der Wald und die Umgebung liegt
gefangen dort im Eise.
Der Wasserfall, der nie versiegt,
rauscht stetig, leise, leise.
Der Wichtel, davon ganz betört,
beschließt, dass er das Leben hört.
Fragt sich, wohin es ginge
und wo der Quell entspringe.
 
Die Winternacht ist kalt und hart.
Die Sterne glitzern, funkeln.
Zu dieser Stund ruht alles zart
im stillen Hof im Dunkeln.
Der Mond geht seine leise Bahn.
Der Schnee glänzt weiß auf dunklem Tann.
Der Schnee glänzt weiß am Dache.
Der Wichtel hält hier Wache.
 
Nach dem Gedicht „Tomten“ von Viktor Rydberg aus dem Jahre 1881
Ins Deutsche übersetzt von Lukas Börner