Im Rahmen der Chorversammlung des Kirchenchores Sankt Birgitta Iffezheim gaben die beiden Vorsitzenden Meingold Merkel aus Iffezheim und Rudi Fritz aus Wintersdorf bekannt, dass sich der Kirchenchor Sankt Michael Wintersdorf zum 31.12.2025 aufgelöst habe.
Die Sängerinnen und Sänger aus Winterdorf wechseln aber nahtlos in den Iffezheimer Chor. Hierrüber zeigten sich die beiden Vorsitzenden sehr erfreut und dankten den Wintersdorfer Chormitgliedern hierfür recht herzlich. Man sei in den letzten Jahren zu einer homogenen Gemeinschaft zusammengewachsen.
Der nunmehr aufgelöste Kirchenchor Sankt Michael Wintersdorf konnte auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken.
Im Wintersdorfer Heimatbuch ist hierrüber folgendes zu lesen:
„ Aufzeichnungen lassen vermuten, dass die Anfänge des Wintersdorfer Chores sehr weit zurückliegen. Man kann sagen bis zur Gründung der dortigen Kaplanei im Jahre 1425. Spätestens seit dieser Zeit haben sogenannte „Singer“ das kirchliche Leben bei den Gottesdiensten mitgestaltet. Insbesondere bei Prozessionen, die erst von der sog. Mutterpfarrei ausgehen durften. Oft ging es dann von Ottersdorf aus nach Sandweier. Auch an den Rhein, bei Hochwasser, um Unheil abzuwenden. Dorthin sind viele Wintersdorfer in einer Art Pferdeprozession nach Iffezheim an den Rhein gepilgert. Hierher kam bei besonderer Not ein Pater aus der Schweiz über das Kloster Fremersberg um den Segen mit dem St. Magnusstab zu bringen. Bei den Aufzeichnungen hierrüber ist immer wieder festzustellen, dass solche Prozessionen, Bitt – und Pilgergänge, von so wörtlich „Singer, Kreuz und Fahnenträgern“ begleitet wurden.“
Bereits vor 130 Jahren erlebte der Chor eine Blütezeit. Im Heimatbuch ist zu lesen:
Im Zuge der Kirchenrenovation mit Umbau im Jahre 1857 wurde die Orgel auf der Empore ein Stück zurückversetzt um so wörtlich „mehr Platz für den Kirchenchor zu gewinnen“. Dies ist ein Zeichen dafür, dass bereits damals dem Chor eine große Bedeutung zugemessen wurde.
Soweit die kurzen Auszüge aus dem Heimatbuch.
Aber auch in den zurückliegenden Jahrzehnten war der Chor sehr aktiv. So reiste man im Jahre 1988 zusammen mit dem Badischen Chor Wintersdorf nach Rom. Der Chor sang hierbei 3 mal zu unterschiedlichen Gelegenheiten im Petersdom. Neben den Sängerinnen und Sängern des Badischen Chores nahmen immerhin 65 Chormitglieder des Wintersdorfer Kirchenchores teil. Rudi Fritz berichtet darüber, dass er damals im Petersdom die Fürbitten vorlesen durfte. Dies sei Ihm eine ganz besondere Ehre gewesen.
Meingold Merkel lobte das außergewöhnliche Engagement seines Kollegen Rudi Fritz aus Wintersdorf. Immerhin war er 56 Jahre Vorsitzender dieses Chores.
In dieser Zeit war der Chor ein aktiver Teil der Winterdorfer Dorfgemeinschaft. Man veranstaltete Tanzabende, war bei Pfarrfest und der Narretei im Ried aktiv und vieles, vieles mehr.





