Indien-Rundreise 2025
Goa, Karnataka und Kerala (Südindien) mit Pfr. Vincent Padinjarakadan
31 Reiseteilnehmerinnen und -teilnehmer machten sich am 7. Januar frühmorgens mit Herrn Pfarrer Padinjarakadan auf eine 16-tägige Südindien-Rundreise. Zunächst mit dem Reisebus bis zum Flughafen Frankfurt, von dort aus mit dem Flugzeug der Qatar Airways nach Doha in Qatar und dann weiter in den Bundesstaat Goa in Südindien. Nach Mitternacht landeten wir in Goa international Airport und wurden von unserem dortigen Reiseleiter Girish mit Seidenschals und Namensanhänger für unsere Taschen begrüßt. Per Bus ging es anschließend ins erste Hotel.
Das Hotel „Fairfield By Marriott“ in Goa Benaulim ließ keine Wünsche offen. Der erste Tag war für alle zum Ankommen gedacht und zur freien Verfügung. Traumhafte Strände, die zum Bad im arabischen Meer oder zum Spaziergang einluden. Wer wollte, konnte sich aber auch bei fast 30° Lufttemperatur im hoteleigenen Pool abkühlen.
Am nächsten Tag ging es mit dem Bus dann auf eine Besichtigungstour. Wir sahen zuerst den Hindutempel Sri Mahesh, danach eine der berühmtesten Kirchen in Goa, die Basilika „Boom Jesus“, aus dem 16. Jahrhundert von den Portugiesen erbaut, in der wir gesungen und gebetet haben und zum Schluss die Kirche des heiligen Franz Xaver. Vom Bus aus sahen wir das alte Goa mit seinem portugiesischen Flair.
Frühmorgens am nächsten Tag folgte der Inland-Weiterflug nach Bangalore im Bundesstaat Karnataka, dem Zentrum der indischen Hightech-Industrie. Von dort erfolgte die Weiterfahrt mit dem Bus nach Mysore unserem nächsten Aufenthaltsort. Dort angekommen, hatten wir eine kurze Verschnaufpause im Hotel „Radisson Blu“ und durften gegen Abend das bunte Treiben auf dem Markt erleben. Es gab indisches Obst und Gemüse zu kaufen und viele gebundene Blumenketten und Opfergaben für Pilger. Beeindruckende Farb- und Geruchseindrücke für alle.
Der nächste Tag begann mit der Fahrt auf den Chamundi-Hügel mit der Besichtigung des Hindutempels Shri Chamundeshwari. Das Bauwerk wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Viele tausend Pilger besuchen täglich diesen bekannten Wallfahrtsort. Wir „hellen“ Europäer waren jedoch auch eine Attraktion und wurden immer wieder freundlich um Fotos gebeten. Am Nachmittag dann die Besichtigung des Mysore-Palastes „Amba Vilas“ mit prunkvoller Ausstattung und weitläufigen Säulenhallen. Er war die Residenz der Maharajas des ehemaligen Fürstenstaates Mysore, deren Nachfahren noch heute einen Teil des Palastes bewohnen. Er wird jährlich von über 3 Millionen Touristen besucht. Am Nachmittag kamen dann die Damen der Reisegruppe auf ihre Kosten. Es stand ein Besuch in einer Seidenmanufaktur auf dem Programm. Eine Flut an Farben, schönen Stoffen und Mustern. Die Entscheidung fiel schwer. Es ging weiter zu einer christlichen Kirche, die aussah, wie eine Miniatur des Kölner Doms namens „St. Philomena“. Dort haben wir in der Katakombe vor der Reliquie der heiligen Philomena Andacht gehalten und zusammen gesungen. Zum Tagesabschluss fuhren wir noch zum Naherholungsgebiet der Mysorer, den „Brindavan Gardens“ etwas außerhalb. Weitläufige Gartenanlagen mit Wasserspielen, die zum Lustwandeln einluden.
Mit unserem Bus ging es weiter, vorbei an idyllisch gelegenen Dörfern mit Tee-, Kokos, Ananas-, Kaffee- oder Gewürzplantagen. Alle waren überrascht, wie grün Indien doch ist.
Wir besichtigtendas buddhistische Namdroling-Kloster mit dem goldenen Tempel. Ebenfalls eine sehr beeindruckende Erfahrung. Die Weiterfahrt führte dann durch die traumhafte Berglandschaft von Coorg mit einer Übernachtung im Hotel „The Tamara“ inmitten einer Kaffeeplantage in den Bergen. Wohnbungalows auf Stelzen in den Berghang gebaut ließen uns staunen. Hier schloss sich eine Führung durch die Plantage mit einer Kaffeeverkostung an.
Der Bundesstaat Kerala verfügt über große Naturschutzgebiete und Wildtierreservate. Frühmorgens am nächsten Tag besuchten wir das „Wayanad Wild Life Sanctuary“ und machten eine Bussafari. Viele Tiere bekamen wir allerdings nicht zu Gesicht. Zum Frühstück zurück im Hotel „Saptha“ wurden wir mit der traditionellen Erntedank-Zeremonie „Pongal“ überrascht, die wir mitfeiern durften. Etwas sehr Besonderes. Gut gestärkt ging es dann auf einen Berg zu einer Spalte mit uralten Steinritzungen und weiter mit dem Bus in die Stadt Kozhikode, in der unser nächstes Hotel wartete.
Um den indischen Alltag näher kennenzulernen, ließen wir uns am darauffolgenden Tag auf einer öffentlichen Zugfahrt ein. Vom Bahnhof Kozhikode erfolgte die 4-stündige Fahrt nach Aluva im klimatisierten Sesselwagen, wo zahlreiche Verkäufer ihre Ware anboten. In Aluva wurden wir vom Bus abgeholt und fuhren weiter nach Kochin, einer Hafen- und Fischermetropole. Dort schauten wir uns bei schwülwarmen Temperaturen zuerst die 1758 erbaute Synagoge an, danach den Mattancherry- oder Dutch-Palace und zum Sonnenuntergang schlenderten wir noch am Hafen entlang und schauten uns die chinesischen Fischernetzkonstruktionen aus dem 13. Jahrhundert an.
Erneut geht es am nächsten Tag in die Berge auf fast 1600 m Höhe. Wir konnten uns nicht sattsehen an den immergrünen Tee-, Gewürz-, und Kautschukplantagen rund um die Bergstadt Munar, durch die uns der Bus weiter nach Süden brachte. Auf einer Anhöhe machten wir Rast und staunten über eine imposante Marienwallfahrtskirche einfach so im Nirgendwo und nur durch Spenden finanziert. Viele Dinge sind einfach unglaublich. Nachmittags machten wir eine Bootsfahrt im „Periyar Tiger Reserve“ in Thekkady. Wir sahen Wildschweine, Moschusochsen, Dammwild, Wasservögel und zum Schluss einen Elefanten, einen Tiger suchten wir leider vergebens. Trotzdem war die Fahrt auf dem Wasser für alle sehr entspannend. Im Hotel „Elephant Court“ wurden wir mit Blumenketten und traditionellen Tänzen begrüßt und ließen den Abend bei leckerem Essen ausklingen.
Sehr früh ging es heute auf den Weg zum Elefantenreiten. Mit Tuktuks war bereits der Transfer dorthin ein Abenteuer. Zu dritt durften wir nacheinander jeweils eine gemütliche kleine Schaukeltour unternehmen. Alle hatten Spaß, waren aber auch berührt von den sanften Riesen. Bei der anschließenden Führung durch eine Gewürzfarm schwelgten wir im Reich der Düfte und bekamen alle Pflanzen von einer Mitarbeiterin ausführlich erklärt. Vanille, Kardamom, Zimt, Muskatnuss, Nelken, Pfeffer, Kakao, Kaffee, Ingwer, Kurkumar, das Angebot war überwältigend. Viele von uns kauften Gewürze danach für zuhause ein. Zu unserem nächsten Hotel ging es weiter mit dem Bus. Bei einem spontanen Halt am Straßenrand durften wir zu den Pflückerinnen auf die Teeplantage und bekamen gezeigt, wie sie arbeiteten. Die Freundlichkeit der hart arbeitenden Frauen war auch hier wieder für jeden zu spüren und hinterließ bleibende Erinnerungen.
Neuer Tag, neue Erlebnisse. Heute stand eine Besichtigung einer Teefabrik auf dem Plan. Wir erfuhren, was nach dem Pflücken mit den Teeblättern passiert und wie die Weiterverarbeitung stattfindet. In einem Museum wurden uns Utensilien gezeigt, mit denen die Engländer den Teeanbau in Indien kultivierten. In einem Videofilm wurde die Entstehungsgeschichte der Teeplantage gezeigt. Der anschließende Einkauf im hauseigenen Tee-Shop gehörte natürlich dazu. Bergab ging es wieder in Richtung Kochin, mit einem Abstecher nach Aluva, wo Herr Pfarrer Padinjarakadan uns das Priesterseminar, in dem auch er teilweise studiert hat, zeigte. Die genannte Zahl von derzeit 300 Priesteramtskandidaten machte uns abermals sprachlos.
Es folgte ein ganz besonderer Reisetag. Der Besuch in der Heimatgemeinde unseres Pfarrers in Kanakamala/Kerala.
Wir feierten zusammen mit der dortigen Gemeinde einen Gottesdienst in der St. Antony´s Kirche in seiner Heimatsprache und zum Teil für uns in Deutsch. Musikalisch umrahmt vom Kinderchor der Pfarrei. Auch wir durften mit drei Liedern unseren Beitrag leisten. Eine sehr lebendige Eucharistiefeier auf Syro-Malabarischem Ritus der Thomas Christen, die uns die tiefe Religiosität der indischen Kirchenbesucher nahebrachte. Unglaublich die Anzahl von 350 Kindern im Alter von 6-17 Jahren. Der Kirchenbesuch am Sonntag ist sozusagen der sonntägliche Religionsunterricht. Am Sonntag werden regelmäßig 3 Gottesdienste gefeiert, die alle gut besucht sind. Wir besuchten anschließend die Gräber wo die verstorbenen Eltern und Bruder vom Pfarrer auf dem Friedhof neben der Kirche die letzte Ruhe gefunden haben und eine Wallfahrtstätte hinter der Kirche einen Berg hinauf. Als Highlight folgte eine persönliche Einladung der ganzen Reisegruppe von der Familie unseres Pfarrers zum Mittagessen. Vom leckeren und reichlichen, indischen Essen und auch vom gastfreundlichen Empfang waren alle begeistert. Die Sympathie beruhte auf beiden Seiten und wir erhielten sogar Einblick in die privaten Räumlichkeiten und wurden durch den schönen Vorgarten mit seinen Gewürzen und Obstbäumen geführt. Vor dem Haus wurde noch gesungen und die Unterhaltung fortgesetzt. Eine bleibende warmherzige Begegnung für alle.
Der vorletzte Reisetag brachte nochmals einen Höhepunkt, eine Hausbootfahrt auf denberühmten „Backwaters“. Einem weitverzweigten Seen- und Kanalsystem. Wir genossen einen Tag lang gemütliches Schippern auf den Wasserstraßen. Zwischen Palmen, kleinen Häusern, Restaurants und Geschäften am Ufer tuckerten wir in gemächlichem Tempo entlang. Während der Bootsfahrt wurden noch frische Garnelen vom Pfarrer eingekauft, die dann im Hausboot zubereitet wurden. Das leckere Mittagessen wurde vom Hausbootpersonal direkt vor Ort auf dem Hausboot gekocht. Und wer das Hausboot lenken wollte, konnte auch das tun. Nach 5 Stunden und voll von Eindrücken ging es wieder zurück ins Hotel.
Der letzte Strandtag zur Erholung am Arabischen Meer und mit einer Ajurveda-Massage für jeden tat allen sehr gut. Am Abend freuten wir uns zum Abendessen über den Besuch von Pfarrer Mathew Muriankary und konnten bei netten Gesprächen den Abend ausklingen lassen.
Am frühen Morgen des 22. Januar hieß es Abschied nehmen. Es erfolgte der Rückflug, wieder mit Zwischenstopp in Qatar, von dort aus nach Frankfurt und mit dem Reisebus wieder zurück nach Iffezheim. Alle kamen heil und wohlbehalten wieder zuhause an.
Die tägliche Einstimmung von Herrn Pfarrer Padinjarakadan mit einem Morgenimpuls, gemeinsamen Gebet, Lied und Witze war eine wertvolle Bereicherung und unser Reiseleiter Girish brachte uns fundiert und humorvoll seine Heimat und Kultur nahe. Erwähnenswert sind auch der nervenstarke Busfahrer und sein Assistent, die im manchmal schwierigen Straßenverkehr den Überblick behielten und uns immer sicher ans Ziel brachten. Erstklassige Hotels, sowie traditionelles, indisches Essen sorgten für das körperliche Wohlbefinden. Die Indienreise war für alle Reiseteilnehmer ein unvergessliches Erlebnis mit vielen Eindrücken. Alle waren der Meinung „Incredible India!
Herr Pfarrer Padinjarakadan und der Reiseleiter haben uns mit Begeisterung durch Südindien geführt und uns in die wunderschöne, überwältigende Natur, sowie in eine faszinierende, jahrtausendealte Kultur eintauchen lassen. Auf der gesamten Reise haben wir nur freundliche und lächelnde Menschen begegnet. Sie waren immer interessiert, neugierig und haben sich gerne mit uns fotografieren lassen. Herrn Pfarrer Padinjarakadan, dem Reiseführer Girish und dem Reisebüro „Surya Reisedienst“ danken wir für das große Engagement, die hervorragende Planung und die vorzügliche Betreuung!
Für die Reisegruppe
Reinhard Hertweck, Klothilde Laubel, Christine Volkmer und Pfr. Padinjarakadan