Fest der Heiligen Familie - 30.12.

 
Fest der heiligen Familie - 30.12.
Geschichte der Verehrung
Die Verehrung der Heiligen Familie ist seit dem Mittelalter nachweisbar. Der Legende zufolge wurde ein Nachbau des Wohnhauses der Familie aus Nazareth im 11. Jh. in Walsingham in England errichtet. Eine weitere Überlieferung beschreibt die Versetzung des Hauses 1291 von Nazareth nach Tsat und 1294 von dort nach Loreto.
 
In der katholischen Tradition begann die Verehrung der Heiligen Familie in der gegenreformatorischen Barockzeit. Sie lässt sich verstärkt seit dem 17. Jahrhundert nachweisen und nahm im 19. Jahrhundert – vor allem von Kanada aus – Aufschwung, unter anderem mit der Gründung der Bruderschaft von der Heiligen Familie in Lüttich 1844 und des Vereins der christlichen Familie (1861). „Man sah in dem 30 Jahre währenden Leben Jesu in der Heiligen Familie ein bedeutungstiefes Mysterium und ein hilfreiches Vorbild für das vielfach gefährdete Familienleben.“ Die Verehrung wurde von Papst Leo XIII. besonders gefördert, möglicherweise auch, um einem Zerfall des christlichen Familienbildes entgegenzuwirken. 1893 nahm er das bislang nur in einzelnen Diözesen und Ordensgemeinschaften gefeierte Ideenfest der Heiligen Familie in den Römischen Generalkalender auf, verband es mit einer Weihe der häuslichen Familie an Jesus, Maria und Josef und legte es auf den dritten Sonntag nach dem Fest der Erscheinung des Herrn.
Papst Pius X. setzte im Rahmen einer Reform des liturgischen Kalenders das Fest der Heiligen Familie zunächst aus. Durch eine stark angewachsene Zahl von Heiligenfesten wurde die Liturgie der Sonntage in Stundengebet und heiliger Messe häufig verdrängt. Pius X. war bestrebt, die Sonntage wieder stärker hervortreten zu lassen; einfache Sonntage bekamen liturgisch den Vorrang vor einfachen Festen, und alle Feste, die auf einen Sonntag fixiert waren, wurden auf ein bestimmtes Datum verlegt, mit Ausnahme des Namen-Jesu-Festes und des Dreifaltigkeitsfestes. Papst Benedikt XV. führte das Fest der heiligen Familie 1921 wieder ein und legte es auf den ersten Sonntag nach Erscheinung des Herrn (Missale von 1920).
Seit der Liturgiereform 1969 wird es am Sonntag in der Weihnachtsoktav begangen, während der erste Sonntag nach Epiphanie jetzt im Zeichen der Taufe Jesu steht. Tagesevangelium ist entweder die Flucht nach Ägypten (Mt 2,13 EU, Lesejahr A), die Darstellung Jesu im Tempel (Lk 2,21 EU, Lesejahr B) oder die Wallfahrt der Familie zu Pessach nach Jerusalem mit dem Aufenthalt des zwölfjährigen Jesus im Tempel (Lk 2,41 EU, Lesejahr C).
 
Wenn kein Sonntag zwischen Weihnachten und Neujahr fällt, wird das Fest der Heiligen Familie am 30. Dezember gefeiert. Fällt der Sonntag auf den 26. Dezember, verdrängt es das Fest des hl. Stephanus. Fällt der Sonntag auf den 28. Dezember, verdrängt es das Fest der Unschuldigen Kinder.