„Ohne Kompromiss“ – 20 Jahre 72-Stunden-Aktion in Iffezheim
Im Obergeschoss des Iffezheimer Kolpinghauses kann man eine besondere „Ahnengalerie“ bestaunen: Großformatige Fotocollagen erinnern an die 72-Stunden-Aktionen, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten in Iffezheim stattgefunden haben. Was dabei in der vorgegebenen knappen Zeit geschafft und geschaffen wurde ist großteils bis heute sicht- und nutzbar.
2004 nahm die Leiterrunde der Kolpingsfamilie erstmals an der bundesweiten Sozialaktion teil – der zweiten, die in der Erzdiözese Freiburg durchgeführt wurde. Die Gruppenleiterinnen und -leiter gestalteten binnen drei Tagen den Schulhof der Astrid-Lindgren-Schule neu.
Fünf Jahre später waren die Kindergärten St. Martin und St. Christophorus Projektpartner: Die Kolpingjugendlichen bauten den Außenbereich von St. Christophorus um, für St. Martin wurde u.a. ein Bällebad errichtet. Ein besonderes Highlight war der Besuch von Frank Elstner bei der Projektübergabe.
In Iffezheim war die 72-Stunden-Aktion immer geprägt von der guten Zusammenarbeit mit der politischen und der Kirchengemeinde sowie vom Rückhalt der Kolpingsfamilie. Die Projekte waren „maßgeschneidert“ für die Aktionsgruppe, deren Wünsche Berücksichtigung fanden. So kamen die Projekte immer Kindern zugute, und ein Bauprojekt wurde ebenfalls immer favorisiert – am besten mit Bagger.
2013 wurden Traktoren, LKWs und viele fleißige Hände gebraucht: Der Projektauftrag lautete, den „Abenteuerspielplatz“ neu zu gestalten. Unter anderem waren eine neue Spielburg zu errichten, neue Geräte zu installieren und vieles zu renovieren. Etliche Kubikmeter Hackschnitzel wollten verteilt sein. Die Vernetzung mit anderen Aktionsgruppen, die die 72-Stunden-Aktion ebenfalls immer auszeichnet, zahlte sich aus: Als nicht genug Hackschnitzel vor Ort waren, half eine andere Gruppe aus. Der Radiosender SWR3 sendete nicht nur kurze Berichte über die vielen Aktionen, sondern auch sog. Hilferufe.
Auch 2019 stand ein Spielplatz im Fokus der Aktion: Völlig neu aufzubauen war der „Bahnhofsspielplatz“ im Mittelweg. An diesem Projekt wird deutlich, dass die 72-Stunden-Aktionen auch immer dank der Unterstützung von örtlichen Firmen, Vereinen und Privatpersonen so erfolgreich sein konnten. Ohne Sach- und Materialspenden sowie tatkräftige Unterstützung wären die Projekte oft nur schwer zu stemmen gewesen. In Iffezheim konnten die Aktionsgruppen immer auf dieses Netzwerk zurückgreifen.
So auch 2024, bei der bisher – was die Teilnehmer betrifft – größten Aktion. 72 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus den Reihen der Sternsinger, Ministranten und der Kolpingjugend hatten in der vorgegebenen Zeit gleich mehrere Teilprojekte umzusetzen. Sie säten Blühwiesen ein, bauten Insektenhotels, errichteten „Himmelsliegen“ und gestalteten für Kinder und Familien einen Informationsweg und eine digitale Schnitzeljagd rund um das Thema Artenschutz und Nachhaltigkeit. Am Werk waren dabei auch die Kinder von Teilnehmer:innen früherer Aktionen. Die Kompetenzen der jungen Leute im Digitalen wie im Handwerklichen kamen dabei voll zur Geltung.
Für alle, die an einer der fünf Aktionen beteiligt waren, sind diese 72 Stunden sicher noch in lebendiger Erinnerung: Nicht nur das Projekt und alle Herausforderungen, sondern auch die Erfahrung einer tollen Gemeinschaft. Bei aller Arbeit kam auch der Spaß nie zu kurz.
Die Sozialaktion des BDKJ zeigt, was junge Menschen in unsere Gesellschaft einbringen können:
„Uns schickt der Himmel.“
(Stephan Koch)
























