Über Konfessions-, Alters- und Ländergrenzen hinweg engagieren sich Frauen beim Weltgebetstag für globale Gerechtigkeit, Frieden und Geschlechtergerechtigkeit in Kirche und Gesellschaft. Sie leisten damit einen wertvollen Beitrag für ein respektvolles Miteinander aller Menschen weltweit.
Der diesjährige Weltgebetstag der Frauen wurde am 1. März gemeinsam mit der kfd Plittersdorf im Gemeindehaus Ägidius Ottersdorf gefeiert und ca. 40 Gäste von Monika Höllig begrüßt.
Das Thema lautete: „ … durch das Band des Friedens“ und wurde von den Frauen aus Palästina vorbereitet.
Die Sehnsucht nach Frieden und Hoffnung ist bei allen Menschen dort sehr groß und wurde beim Weltgebetstag durch einen
Olivenbaum symbolisiert, dem in Palästina eine große Bedeutung von Frieden zukommt. Die Hoffnung auf eine Rückkehr nach Flucht und Vertreibung in die alte Heimat symbolisiert in Palästina ein
Schlüssel, der auf vielen palästinensischen Flaggen zu sehen ist und beim Gebetsabend symbolisch dargestellt wurde. Durch das Band des Friedens sind sie alle miteinander verbunden. Gemäß den internationalen Weltgebetstags-Leitlinien ist es das zentrale Anliegen, die Stimmen der palästinensischen Christinnen trotz aller politischen Spannungen bei uns zu Gehör zu bringen, die die Gottesdienstliturgie für den Weltgebetstag am 1. März 2024 entwickelt haben. Denn das Gebet ist heute in der von Gewalt, Hass, Angst und großem Leid auf beiden Seiten geprägten Situation in Israel und Palästina wichtiger denn je. Mit dem Thema wird weltweit ein Hoffnungszeichen gesendet, dass Wege zum gemeinsamen Leben in der Region gefunden werden können; auch wenn jetzt noch niemand weiß, ob die künftigen Gottesdienste von Freude oder Trauer und Klage bestimmt sein werden.
Dieses Gebet gedachte der jüdischen Menschen, die seit dem 7. Oktober 23 erneut einer Welle von Antisemitismus Gewalt und Hass ausgesetzt sind und aber auch der tausenden Toten in Gaza, die durch das Bombardement durch Israel ums Leben gekommen sind.
Die seit über 50 Jahren andauernde israelische Besatzung des Westjordanlandes und die häufigen Gewalterfahrungen haben viele Menschen in der Region traumatisiert. Der Alltag vieler Palästinenser*innen ist geprägt von Armut, Ohnmacht und Perspektivlosigkeit. Die täglichen Rechtsverletzungen durch die Besatzungsmacht und vermehrt durch jüdische Siedler*innen, die ihren Alltag bestimmen, die Bewegungs- oder Meinungsfreiheit einschränken, Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung verwehren, nehmen kein Ende.
Auf diesem Hintergrund bietet die 2011 in Bethlehem gegründete Organisation „Wings of Hope“ (Flügel der Hoffnung bei Trauma) vor allem Frauen und Kindern und Jugendlichen professionelle Unterstützung an. Diese und auch andere Organisationen wie „MachsomWatch“, eine israelische Frauenorganisation, die sich mit den palästinensischen Frauen solidarisiert und in sozialen Medien massive Menschenrechtsverletzungen durch radikale Siedler und der israelischen Armee anprangert, brauchen unser Gebet.
Wir hoffen und bitten Gott darum, dass es bald Frieden im Nahen Osten gibt, einen Frieden, der mit Gerechtigkeit und Vergebung einhergeht und neue Lebensperspektiven für alle Menschen in der Region eröffnet. Frieden kann es in Palästina und Israel nur gemeinsam geben.
Mit einem gemeinsamen Essen, zubereitet nach palästinensischer Art, fand der Abend seinen Abschluss.
Die eingenommene Spende von über 400 Euro wird dem Deutschen Weltgebetstagskomitee zur weiteren Unterstützung von 12 Hilfsorganisationen weitergeleitet, zu denen auch „Wings of Hope“oder“ MachsomWatch“ gehören.
Die kfd Ottersdorf und die kfd Plittersdorf danken allen Besucherinnen.